woanders

der grindel

20/06/2014

Ja, es gibt sie zu Hauf in Hamburg. Die bekannten Orte und Stadtteile. Michel, Alster, Elbe. Schanze, Eimsbüttel, Winterhude & Co. Und dann gibt es die Ecken, die nicht auf Anhieb jedem bekannt sind. Hierzu gehört für mich der Grindel. Jedem Studierenden, Dozierenden und all den anderen dort regelmäßig verkehrenden natürlich alt vertraut, doch zugleich durch viele gar in Hamburg ansässige als auch hier oft zu Gast seiende meist noch größtenteils unerschlossen. Der Grindel ist mehr als ein Stadtteil. So vielfältig einerseits, so geschichtsträchtig andererseits. Vielfalt durch den Mix aus Universitätseinrichtungen, ausgefallenen Geschäften, Werkstätten, Cafés und Restaurants.  Geschichtsträchtig – der Grindel als damaliges Zentrum der Hamburger jüdischen Gemeinden prägt das Viertel nach wie vor. Einerseits und andererseits ist dabei eigentlich nicht korrekt. Denn beides existiert zugleich. Nebeneinander her und gemeinschaftlich auftretend. Der Grindel ist lebendig. Es gibt das Grindelfest, den ChristGrindelMarkt und das Campus Open Air. Ich selbst mag den Grindel sehr und daher gibt es heute meine ganz persönlichen Favoriten des Viertels von mir für Euch:

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1 // Abaton Bistro. Vor dem Kino, nach dem Kino oder einfach nur so. Das Abaton Bistro ist zeitlos toll. Wechselnde Tagesgerichte, eine gute Karte, professioneller Service und die Möglichkeit, inmitten vieler anderer und doch zugleich in Ruhe sitzen/trinken/essen/quatschen zu  können.

2 // Salon Wechsel Dich. Mein momentaner Frühstücksfavorit. Der Laden an sich. Eine Mischung aus Café und Boutique, wo die Arbeiten kreativer HamburgerInnen erstanden werden können. Alles steht zum Verkauf, und ist damit in stetigem Wechsel. Alles kann, nichts muss. Und dann erst die minte Ausrichtung – von der Visitenkarte bis hin zur Kaffeemaschine. Kein Wunder, dass ich hier so gerne einkehre!

3 // Ein Superlativ jagt das nächste. Pinakas. Der beste Grieche der Stadt. Mindestens! Und ich darf das sagen, ich habe den Vergleich nach mehreren Monaten wohnhaft und unzählige Urlaube in Griechenland verbracht habend. Vergesst alle Samos-Teller, Fischernetze mit Plastikkrabben unter der Decke und roten Reis, der sich mit Tzatziki an Pommes labt. Bei Pinakas gibt es echte griechische Küche. Herzlich serviert und authentisch kreiert. Kali Orexi!

4 // Es muss auch mal ein bisschen schicker sein. Ich war zunächst zwiegespalten. Bistro & Weinbar – Eppendorf goes Grindel? Aber ich habe mich eines besseren belehren lassen. Neumanns Weinbar überzeugt mit leckerem Flammkuchen und selbstgebackenem Brot, guten Weinen und raffinierten Hauptgerichten.

5 // Das Café Leonar. Das Leonar ist besonders und besonders schön. Zwischen Büchern lässt sich Klassisches, Saisonales und Jüdisches erleben. Und zwar Kulinarisches und Kulturelles. Eindeutig nicht wegzudenken vom Grindel, auch wenn mit der frühere Standort samt Interieur besser gefallen hat.

6 // Ja, ich unterscheide mich von all den Vegetariern und veganen Bloggern, denn ich mag Fleisch. Sehr sogar. Und dennoch. Ich kann auch ohne. Besonders dann, wenn es so lecker und raffiniert aufgetischt wird wie im La Monella, Hamburgs erstem italienisch-vegetarischen Restaurant. Brasato und Scallopine waren gestern. Ausgesuchte saisonale süditalienische Küche mit frischen Kräutern gibt es heute.

 

7 // Ich gebe zu – ja, manchmal bestelle auch ich bei Amazon. Aber selten und nie dann, wenn ich auf der Suche nach einem wirklich schönen Buch bin. Eben solche findet man nämlich in der Buchhandlung PÄKI. Dort, wo individuelle Beratung noch groß geschrieben wird. Wo mehr Verweildauer eingeplant werden sollte als angedacht und wo Stöbern und Probelesen noch so richtig Spaß machen.

8 // JIMMY. Allein schon die vor dem Schaufenster postierten Außenstühle begeistern mich immer wieder aufs Neue. Weitere Besonderheiten finden sich Drinnen. Auf wenigen Quadratmetern, im Souterrain. Second Hand und Allerhand. Schuhe, Mode und Taschen. Exklusives und Moderates. JIMMY gehört einfach zum Grindel – so wie die Lage des Ladens – mitten rein.

9 // Ein Einkauf bei Beautiful Day beschert einen eben solchen. Die Auswahl reicht von ausgefallener Kindermode, aktuellen Schuhtrends, teure(re)n Modemarkenlabels bis hin zu leckeren Teesorten und stylishen Accessoires. Kein Laden für jeden Tag, aber immer mal wieder findet sich hier immer wieder tolles Neues.10 // Rauhfaser war gestern. Und auch der gute alte Putz hat ausgedient. Die Bloggerwelt schreit es schon lange heraus: Wandfarbe ist die neue Blümchentapete! Und diese gibt es besonders schön im CB Farbenkontor. Versteckt in einem wunderbaren kleinen Lofthäuschen residiert der Farbenprofi schlechthin, der auch eine Auswahl des tollen Farrow & Ball-Sortiments bereit hält.11 // lüttes und liebes. Der Name ist Programm. Einfach schöne Sachen finden sich dort. Jeder Besuch lohnt sich. Liebes für die Großen. Taschen, Schmuck und eine gezielte Auswahl an Damenmode, die nicht überall auf der Stange hängt. Und dann gibt es Besonderes für die Lütten. Zum Anziehen, zum Spielen, zum Verschenken. Wunderschön!

 

 12 // Was den Ottensenern das Zeise Kino, ist mir das Abaton. Das beste Kino überhaupt. Das erste Mal war ich dort im Rahmen meines Praktikums beim Filmfest Hamburg. Ich fühlte mich zurückerinnert an die Zeit der Kinos, die es in meiner Heimatstadt schon lange nicht mehr gibt, seit die Multiplexe den Markt erobert haben. In Hamburg gibt es sie noch. Die Programmkinos. Das Abaton präsentiert eine wunderbare Auswahl an Filmen – Aktuelles in OmU oder aber auch Filme, die es anderswo nicht immer auf die Leinwand schaffen. Besondere Geschichten, die doch gerade den Reiz des (großen) Kinos ausmachen und neben Filmen gibt es Matineen, Diskussionsrunden und die Möglichkeit, all diese Programmhighlights an einer wunderbaren Bar oder aber im angrenzenden Bistro (siehe oben) ausklingen zu lassen.

13 // Als Jugendliche hatte ich jahrelang eine Abo im Jugendkulturring der Stadt, das den Besuch verschiedener Theater(stücke) vorsah. Irgendwann habe ich mich dann abgewendet. Zu schrille Stücke. Ausnahmslos den Text schreiende Menschen auf der Bühne und Nackte-Ein-Mann-Stücke waren nicht länger mein Fall. Dabei kann Theater natürlich auch anders. Und besonders. So die Hamburger Kammerspiele. Seit ich dort das Stück „Elling“ nach dem gleichnamigen Film besucht habe, gehört diese Institution zu meinen festen Lieblingen der Hamburger Kulturlandschaft. Ein Traditionshaus, das sich immer wieder Neuem öffnet und anspruchsvolle Stücke, die in einer intimen Atmosphäre präsentiert werden – mitten im Herzen des Grindels.

14 // Der Isemarkt ist weit über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannt. Zu Recht. Doch auch andere Stadteile und Plätze warten mit wunderschönen Wochenmärkten auf. So auch der Grindel. Immer Freitags bieten wenige aber besonders empfehlenswerte Bio-Stände ihre Produkte auf dem Hallerplatz feil. Und das bis nahezu 19 Uhr – perfekt für den Wochenendeinkauf.  Käse, Fisch, Blumen und Gemüse. Besondere Highlights sind für mich der demeter-Fleischstand, ein Backwagen mit ausgesuchten Backwaren und ein Imbisstand, an dem Kulinarisches frisch zubereitet wird, das direkt an dem Wagen verzehrt werden kann.

                                              …

Und dann gibt es noch vieles mehr. Lokale, Geschäfte aber vor allem auch Plätze und zu Entdeckendes. Siehe hierzu auch www.grindel.de, eine Seite, die über das gesamte Viertel berichtet, Neuigkeiten aufzeigt und vor allem graphisch sehr ansprechend aufbereitet eine Übersicht rund um den wunderbaren Grindel bereit hält.

                                 grindellogo: carte blanche design studio  I  map und text: mintlametta

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4 Comments

  • Reply Sandy @ Confiture de Vivre 20/06/2014 at 10:58

    Tausend Dank für diese Tipps! Als Neu-Hamburgerin ab Juli kommen mir alle Empfehlungen gerade recht!
    Liebe Grüße, Sandy

    • Reply julia I mintlametta 20/06/2014 at 12:23

      oh, das freut mich sehr – und dir jetzt schon einen guten start in hamburg und liebe grüße!

  • Reply Sandra 20/06/2014 at 13:36

    Ein Stück Hamburg, das ich noch nicht kenne. Mir aber anschauen werde.

    Danke!

  • Reply vreni_hamburg von innen 24/06/2014 at 13:32

    ich mag den grindel auch, bin aber nicht so häufig unterwegs dort…tatsächlich meistens nur, wenn im abaton ein film im originalton läuft.
    vielleicht mache ich demnächst mal eine kleine grindeltour und schaue mir deine tipps genauer an…schließlich ist alles nur einen steinwurf von meiner wohnung entfernt…:)

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